Ihre Fragen - unsere Antworten

Als ein modernes Landwirtschaftsunternehmen sind uns Transparenz und Objektivität in der Diskussion um Landwirtschaft und Nutztierhaltung sehr wichtig. Einige Fragen, die in der Vergangenheit an uns herangetragen wurden, haben wir hier zusammengestellt und geben interessierten Bürgern gern weitere Informationen rund um das Thema.

Themengebiet Glyphosat

Benutzt Köcher & Meuser das Herbizid Glyphosat?
Wir nutzen auf dieses Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Unkräutern, die mit unseren Kulturpflanzen um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Die Ausbringung erfolgt einmal im Jahr vor der Aussaat auf ca. 5 % unserer Flächen. Nach dem Auflaufen der Kulturpflanzen setzen wir Glyphosat grundsätzlich nicht ein.
Gibt es zu diesem Wirkstoff keine Alternativen?
Doch, aber ein Wechsel zu einem anderen chemischen Wirkstoff ist für uns indiskutabel, da die Wirksamkeit der Ersatzstoffe geringer ist als das bisher verwendete Glyphosat. Das würde eine Erhöhung des Einsatzes anderer Pflanzenschutzmittel zur Folge haben. Außerdem sind diese Wirkstoffe in ihren Nebenwirkungen für Mensch und Umwelt nicht ausreichend dokumentiert. Wir könnten auf die mechanische Unkrautbekämpfung ausweichen. Das ist allerdings nur mit einem enormen Personal- und Maschinenaufwand zu bewerkstelligen.
Warum steht Glyphosat überhaupt in der Kritik?
Es gibt unterschiedliche Studien, die den Zusammenhang von Glyphosateinsatz und der Krebsentstehung beim Menschen untersucht haben. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA stuft nach zwei unabhängig voneinander erfolgten Einschätzungen der Peer-Review-Gruppe und des Komitees für Risikobewertung (RAC) das Pflanzenschutzmittel als „nicht erbgutschädigend und karzinogen“ ein. Weder epidemiologische Daten noch Befunde aus Tierstudien lassen einen Kausalzusammenhang zu Krebserkrankungen erkennen. Im Gegensatz dazu steht eine Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung, die Glyphosat als krebserregend einstuft.

Themengebiet Nitrat

Es liegt in unserem ureigenen Interesse, unsere Böden und das Grundwasser auch für nachfolgende Generationen so zu hinterlassen, dass hochwertige und gesunde Ackerfrüchte auf den Feldern in unserer Region wachsen und gedeihen.

Nitrat als Stickstoffquelle

Ein besonderes Augenmerk wird seit langem auf die Ausbringung von Nitrat auf die Böden gelegt. Nitrate werden von Pflanzen als Stickstoffquelle aufgenommen und als Nährstoffe verwertet. Um ein optimales Wachstum der Pflanzen zu gewährleisten, benötigen sie eine Düngung. Die von uns als organischer Dünger verwendeten Gärreste enthalten unter anderem Nitrat und Phospor, der ebenfalls als Nährstoff von den Pflanzen aufgenommen wird. Zusätzlichen mineralischen Kunstdünger verwenden wir nicht.

Überschüssiger Stickstoff (Nitrat), der nicht von den Pflanzen aufgenommen wird, gelangt über Jahre und Jahrzehnte in wasserführende Schichten und kann dort bis zu 80 Jahre lang nachgewiesen werden. Unsere Aufgabe als moderne Landwirte ist es nun, standort- und nutzungsgerecht effizient den Dünger auszubringen. Das wird auch in der neuen Düngeverordnung, die 2017 in Kraft getreten ist, sehr detailliert aufgezeigt.

Genaue Planung der Aufbringung

Pro Schlag wird von unserer Mitarbeiterin eine Düngeplanung erstellt. Diese enthält Faktoren wie Vor- und Hauptfrucht, letzte Düngungen und Ernteerträge. Bodenproben werden entnommen und die aktuellen Stickstoffwerte werden in einem DIN-Verfahren durch ein zertifiziertes Labor bestimmt. Aus diesen Werten wird der Düngebedarf des Ackerbodens auf dem Feld ermittelt. So können bedarfsgerecht und grundwasserschonend die Nährstoffe aufgebracht werden. 

Dokumentation und Kontrolle

Nach der Aufbringung sind wir verpflichtet, alle Abgabebelege an die überwachenden Behörden zu schicken. Außerdem erstellen wir Nährstoffbilanzen, die aufzeigen, welche Mengen an Stickstoff und Phosphor auf die Äcker ausgebracht wurden. Diese zeigen die Gesamtmengen an Stickstoff und Phosphor, die dem Betrieb zugeführt beziehungsweise von diesem abgeführt wurden. Hier wird sowohl die Tierhaltung als auch Ackerbau und Biogaserzeugung berücksichtigt.

All diese Belege und Bilanzen müssen jederzeit für unangekündigte Kontrollen vorgehalten werden. Eine Menge bürokratischer Arbeit, die in unserer Verwaltung mehrere Aktenmeter füllt. Mit nur einem Ziel: genau zu berechnen, welche Mengen an Stickstoff und Phosphor- Nährstoffen die ausgebrachten Feldfrüchte benötigen, um auch in den kommenden Jahren eine gesunde und ertragreiche Ernte einzubringen. 

Wie viele Menschen sind bei Köcher & Meuser beschäftigt?

Wir sind für die Region rund um Badeleben seit 25 Jahren ein zuverlässiger Arbeitgeber. Im Bereich Ackerbau und Landmaschinentechnik setzen zehn Beschäftigte ihr Wissen und Können für unseren Betrieb ein. Für die Biogasanlage und Betriebshandwerk sind weitere zwei Arbeitskräfte notwendig. Im Bereich der Tierhaltung sind sechs Mitarbeiter für das Füttern und Kontrollieren der Tiere, die Stallreinigung sowie das Anmischen des Futters verantwortlich. Das Transportieren von Futter und Tieren übernehmen weitere drei Mitarbeiter. In der Verwaltung sorgen zwei Mitarbeiter für eine ordnungsgemäße Dokumentation und Qualitätssicherung sowie die Buchhaltung. Nicht zu vergessen sind die Unternehmer der Region (Elektroarbeiten, Sanitärarbeiten, Wartungsarbeiten), die regelmäßig mit Arbeiten für unseren Betrieb betraut werden.

Welche finanzielle Förderung aus Steuergeldern erhält Köcher & Meuser?

Die Tierhaltung wird in Sachsen-Anhalt nicht subventioniert oder steuerlich gefördert. Somit erhalten wir auch keine Steuergelder als Beihilfe.
Wie alle deutschen Landwirte können wir jedoch  Agrarsubventionen der EU beantragen, um in unserer Region Getreide anzubauen, das auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig ist.

Ist unsere konventionelle Landwirtschaft in der Börde noch sinnvoll?

Der landwirtschaftliche Nährstoffkreislauf bestimmt als Kernelement die landwirtschaftliche Arbeit bei Köcher und Meuser. Die Gülle fällt im Stall an, wird zwischengelagert beziehungsweise in der Biogasanlage einer energetischen Verwertung zugeführt. Das geruchsarme Substrat wird zeit- und bedarfsgerecht nach den Vorgaben der guten landwirtschaftlichen Praxis auf die von uns bewirtschafteten Äcker in der Umgebung ausgebracht. Dort nehmen die Pflanzen die Nährstoffe auf.  

Ein Teil des Getreides landet wieder im Futtertrog der Tiere oder geht in die Nahrungsmittelverarbeitung, deren Nebenprodukte wiederum unsere Schweine als Futterergänzung bekommen. So schließt sich der Nährstoffkreislauf, durch den wir kurze Wege sichern und verantwortungsvoll unsere Arbeit mit der Natur gestalten.

Warum ist unsere landwirtschaftliche Arbeit nicht geruchsneutral?

Die Anlage wurde bereits vor über 40 Jahren konzipiert. Bewusst hat man sich damals bereits für einen Standort auf einer Anhöhe entschieden. Dadurch wird ein Großteil der "Landluft" in höhere Luftschichten gebracht. Je nach Wind- und Wetterlage ist dennoch an einigen Tagen die Tierhaltung "riechbar". Im Zuge der grundlegenden Sanierung nach der Wende wurden neue technische Anlagen eingebaut, die bereits eine deutliche Reduzierung der Geruchsemmission bewirkten.

Auch im Ackerbau setzen wir auf Neuerungen. Stolz sind wir auf die gesamte Umrüstung unserer Gülleausbringung auf eine Schleppschlauchverteilung. Dabei wird der organische Dünger bodennah und kurze Zeit nach dem Ausbringen in den Boden eingebracht.

Während der Ausbringung der Schweinegülle auf den Feldern werden wir uns bemühen, Windrichtung, Wetterlage und Wochenenden zu berücksichtigen. Durch die ortsnahe Biogasanlage haben wir außerdem ein geruchsarmes Substrat zur Verfügung, das wir auf unsere Felder ausbringen. Diese Gärreste ersetzen den mineralischen Dünger und erhöhen nachhaltig die Bodenfruchtbarkeit durch Humusbildung. In den Gärresten sind noch sämtliche im Substrat enthaltenen Spurenelemente, der gesamte Stickstoff, Phosphor und auch der gesamte Schwefel enthalten. Damit ist dieser Dünger chemisch weit weniger aggressiv gegenüber den Pflanzen als Rohgülle, die Stickstoffverfügbarkeit ist höher. Außerdem wird durch diese Behandlung die Belastung durch Schwefelwasserstoffverbindungen verringert. 

 

 

Wie groß ist die Gefahr einer Trinkwasser- oder Gewässerverunreinigung?

Jeder Pflanzendünger, auch Gülle, wird von uns entsprechend der guten fachlichen Praxis den Pflanzen auf dem Acker verfügbar gemacht. Das bedeutet für uns und unsere Mitarbeiter, dass sie einen größeren Abstand als gesetzlich gefordert zu Gräben und Gewässern einhalten. Wir arbeiten mit 100 Prozent organischem Dünger. Unsere landwirtschaftliche Arbeit wird regelmäßig von unabhängigen Prüfern kontrolliert sowie von unseren qualifizierten und geschulten Mitarbeitern sorgfältig und lückenlos dokumentiert. 

Was passiert mit der ganzen Schweinegülle?

Schweinegülle ist kein Abfall. Vielmehr ist es ein biologischer Dünger mit allen Nährstoffen, die Getreidepflanzen zum Wachsen brauchen. Durch den Einsatz von Schweinegülle entfällt die Verwendung von Kunstdünger. Der Dünger wird auf Feldern in der Umgebung des Schweinehaltungsbetriebes ausgebracht. Auf diesen Feldern wächst wiederum das Futter für die Schweine heran.

Wie hoch ist die Verkehrsbelastung durch unseren landwirtschaftlichen Fahrzeuge?

Täglich ist mit ca. drei bis fünf normalen Transport-LKW für Futter und Tiere zu rechnen. Schweinegülle und Gärsubstrat aus der Biogasanlage wird in der Vegetationszeit sowohl im Frühjahr als auch im Herbst auf die Felder ausgebracht. In der Erntezeit werden Mais und Getreide durch unsere Fahrzeuge transportiert. In diesen landwirtschaftlichen Hochzeiten ist mit einem spürbar erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Unsere Fahrer sind angehalten, rücksichtsvoll zu agieren.

Im Ackerbau nutzen wir größtenteils landwirtschaftliche Wege, für deren Erhaltung und Instandsetzung  wir auch sorgen. Köcher & Meuser engagiert sich nicht nur in der Wege-, sondern auch in der ländlichen Raumpflege. So tragen wir zum Erhalt und die Erweiterung von Baumbeständen und Hecken bei.

Wie realisiert Köcher & Meuser einen bodenschonenden Anbau und Pflanzenschutz in seiner landwirtschaftlichen Praxis?

In unserem Betrieb haben wir einen Mitarbeiter über umfangreiche Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zur Pflanzenschutzfachkraft ausbilden lassen. In enger Zusammenarbeit mit externen Beratern sichert er die Anwendung neuester Erkenntnisse und schonender Produkte im Bereich des Pflanzenschutzes. So sind wir beispielsweise in den vergangenen Jahren vermehrt dazu übergegangen, die Pflanzenschutzmittel in der Nacht auf die Felder auszubringen, da durch die geringere Verdunstung auch wesentlich weniger Pflanzenschutzmittel benötigt werden. Das ist gleichermaßen ökologisch wie auch ökonomisch sinnvoll. Schon Generationen von Landwirten vor uns erkannten, dass mehrjährige Fruchtfolgen einen natürlichen Schutz der Pflanzen vor Krankheiten darstellen. Durch unseren Verzicht auf den Anbau von Monokulturen tragen wir zu einer Biodiversität auf unsern Feldern und einer geringeren Pilzsporenbelastung unseres Getreides bei.

Wie ist das Futter unserer Schweine zusammengesetzt?

Unsere Schweine bekommen eine nahrhafte Futtersuppe, die sich zusammensetzt aus 
- Getreide und Kartoffeln, die nicht als menschliches Nahrungsmittel geeignet sind (größtenteils aus der Region)
- Gerstenkleie
- Nebenprodukte der vegetarischen Nahrungsmittelherstellung
- als Eiweißlieferanten Rapsextraktionsschrot und Sojaschrot

Besteht aufgrund der vielen Tiere die Gefahr von Seuchen?

Gerade weil es sich um einen modernen Betrieb handelt, ist die Seuchengefahr außerordentlich gering. Das Betreten des Betriebes ist für betriebsfremde Personen aus diesem Grund auch nur nach Rücksprache mit dem Betriebsleiter zulässig. 
In Bezug auf Vorbeugung von Krankheiten legen wir unsere besondere Aufmerksamkeit in die konsequente Umsetzung der Kleinnager- und Schädlingsbekämpfung. Um die Gefahr von "eingeschleppten" Krankheiten zu minimieren, werden unsere Tiere durch unsere geschulten Fahrer mit betriebseigenen LKW transportiert. Diese Transporte sind QS-zertifiziert.
Die Gesundheit unseres Tierbestandes wird außerdem über regelmäßige Besuche von Kreis-Veterinären und unserem Tierarzt gesichert.

Was passiert mit toten Tieren?

Auch bei ordnungsgemäßer Haltung können Schweine sterben. Die toten Tiere werden sofort aus dem Stall gebracht. Die Tierkadaver werden dann umgehend von einem spezialisierten Tierkörperverwertungsunternehmen fachgerecht abgeholt.

Bekommen die Tiere Antibiotika?

Antibiotikum darf in der Schweinehaltung nur auf Anordnung eines Tierarztes und zur Behandlung einer Krankheit eingesetzt werden. Aufgrund der guten Haltungsbedingungen in unseren Ställen ist der seltene Einsatz von Antibiotikum nur auf Einzeltiere beschränkt. Antibiotikum als "Leistungsförderer" einzusetzen ist schon seit 2006 in Deutschland verboten. Es liegt in unserem ureigensten Interesse, einen gesunden Tierbestand zu haben und so den Einsatz von Medikamenten auf ein Minimum zu beschränken.

Wie viel Platz haben unsere Schweine?

Nach der Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung (Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung - TierSchNutztV),
§ 29 Besondere Anforderungen an das Halten von Zuchtläufern und Mastschweinen muss entsprechend dem Durchschnittsgewicht der Tiere für jedes Schwein mindestens eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche von 0,75 m² zur Verfügung stehen. Diese Vorgaben erfüllen wir in unseren Ställen. Außerdem stellen wir unseren Schweinen unbedenkliches Beschäftigungsmaterial zur Verfügung, so dass sie ihren natürlichen Spieltrieb ausleben können.

Warum haben die Ställe so eine geringe Fensterfläche?

In der entsprechenden Verordnung sind tagsüber 80 Lux Lichtstärke gefordert. Diese Helligkeit ist mit Fenstern über die gesamte Stallfläche nicht zu erreichen. Um die Werte einzuhalten, setzen wir in den Ställe in Badeleben künstliches Licht ein, das acht Stunden am Tag den Tieren eine warme Helligkeit spendet. Außerdem hat sich herausgestellt, dass die Schweine eine punktuelle Beleuchtung (wie z.B.  durchscheinendes Sonnenlicht über die Fensterflächen) meiden und eine gleichmäßige Ausleuchtung vorziehen. 
Damit die Schweine sich auch nachts in ihrer gewohnten Umgebung zurechtfinden und beispielsweise problemlos ihre Wassertränken erreichen können, haben wir schwache Orientierungslichter installiert.

Wie wird der Wasserbedarf der Schweine gedeckt?

Schweine brauchen täglich 7 bis 8 Liter Wasser. Über den Futterbrei nehmen sie einen Großteil dieser Menge auf. Ihnen steht aber auch 24 Stunden am Tag frisches Wasser zur Verfügung, das sie über Getränkenippel beziehen. Um die Tränkwasserqualität hoch zu halten, sind die Getränkenippel in einem räumlichen Abstand von den Futtertrögen angebracht.

Sie möchten mehr erfahren?

Wir geben Ihnen gern weitere Informationen. Schicken Sie uns einfach eine Mail mit Ihren Fragen unter buero(at)koecher-meuser.de

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