Ihre Fragen - Unsere Antworten

Als ein modernes Landwirtschaftsunternehmen sind uns Transparenz und Objektivität in der Diskussion um Landwirtschaft und Nutztierhaltung sehr wichtig. Einige Fragen, die in der Vergangenheit an uns herangetragen wurden, haben wir hier zusammengestellt und geben interessierten Bürgern gern weitere Informationen rund um das Thema "Landwirtschaft heute".

Wie viele Menschen sind bei Köcher & Meuser und dem Liemershof beschäftigt?

Wir sind für die Region rund um Badeleben seit 25 Jahren ein zuverlässiger Arbeitgeber. Im Bereich Ackerbau setzen zehn Beschäftigte ihr Wissen und Können für unseren Betrieb ein. In der Tierhaltung sind auf den beiden Betrieben je sechs Mitarbeiter für das Füttern und Kontrollieren der Tiere, die Stallreinigung sowie das Anmischen des Futters verantwortlich. Logistik und Instandhaltung übernehmen insgesamt 13 Mitarbeiter, die Stallreinigung liegt in den Händen von 5 Mitarbeitern.

Im Bereich der Biogasanlagen arbeiten zwei Arbeitskräfte. Nicht zu vergessen sind die Unternehmer der Region (Elektroarbeiten, Sanitärarbeiten, Wartungsarbeiten).

In der Verwaltung sorgen vier Mitarbeiter für eine ordnungsgemäße Dokumentation und Qualitätssicherung sowie die Buchhaltung.

Welche finanzielle Förderung aus Steuergeldern erhält Köcher & Meuser?

Die Tierhaltung wird in Sachsen-Anhalt nicht subventioniert oder steuerlich gefördert. Somit erhalten wir auch keine Steuergelder als Beihilfe.
Wie alle deutschen Landwirte können wir jedoch  Agrarsubventionen der EU beantragen, um in unserer Region Getreide anzubauen, das auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig ist.

Blühstreifen

Blühstreifen

Wir fördern mit der Anlage von Blühstreifen rund um unsere Felder lokale Biodiversität. Insekten, Vögel und Kleintiere finden in den bis zu 6 Meter breiten Blühmischungen ein reichhaltiges Futterangebot und Rückzugsmöglichkeiten. Unsere Ackerbauern säten bereits im Frühjahr eine vielfältige Artenmischung mit unterschiedlichen Blühzeiten bis in den späten Herbst hinein und variablen Blütentypen. So finden viele landwirtschaftliche Nützlinge einen reich gedeckten Tisch. Außerdem schützen wir mit den streifenförmig um die Ackerflächen angelegten bunten Biotopen unseren wertvollen Bördeboden vor Erosion.

Themengebiet Nitrat

Es liegt in unserem ureigenen Interesse, unsere Böden und das Grundwasser auch für nachfolgende Generationen so zu hinterlassen, dass hochwertige und gesunde Ackerfrüchte auf den Feldern in unserer Region wachsen und gedeihen.

Nitrat als Stickstoffquelle

Ein besonderes Augenmerk wird seit langem auf die Ausbringung von Nitrat auf die Böden gelegt. Nitrate werden von Pflanzen als Stickstoffquelle aufgenommen und als Nährstoffe verwertet. Um ein optimales Wachstum der Pflanzen zu gewährleisten, benötigen sie eine Düngung. Die von uns als organischer Dünger verwendeten Gärreste enthalten unter anderem Nitrat und Phospor, der ebenfalls als Nährstoff von den Pflanzen aufgenommen wird. Zusätzlichen mineralischen Kunstdünger verwenden wir nicht.

Überschüssiger Stickstoff (Nitrat), der nicht von den Pflanzen aufgenommen wird, gelangt über Jahre und Jahrzehnte in wasserführende Schichten und kann dort bis zu 80 Jahre lang nachgewiesen werden. Unsere Aufgabe als moderne Landwirte ist es nun, standort- und nutzungsgerecht effizient den Dünger auszubringen. Das wird auch in der neuen Düngeverordnung, die 2017 in Kraft getreten ist, sehr detailliert aufgezeigt.

Genaue Planung der Aufbringung

Pro Schlag wird von unserer Mitarbeiterin eine Düngeplanung erstellt. Diese enthält Faktoren wie Vor- und Hauptfrucht, letzte Düngungen und Ernteerträge. Bodenproben werden entnommen und die aktuellen Stickstoffwerte werden in einem DIN-Verfahren durch ein zertifiziertes Labor bestimmt. Aus diesen Werten wird der Düngebedarf des Ackerbodens auf dem Feld ermittelt. So können bedarfsgerecht und grundwasserschonend die Nährstoffe aufgebracht werden. 

Dokumentation und Kontrolle

Nach der Aufbringung sind wir verpflichtet, alle Abgabebelege an die überwachenden Behörden zu schicken. Außerdem erstellen wir Nährstoffbilanzen, die aufzeigen, welche Mengen an Stickstoff und Phosphor auf die Äcker ausgebracht wurden. Diese zeigen die Gesamtmengen an Stickstoff und Phosphor, die dem Betrieb zugeführt beziehungsweise von diesem abgeführt wurden. Hier wird sowohl die Tierhaltung als auch Ackerbau und Biogaserzeugung berücksichtigt.

All diese Belege und Bilanzen müssen jederzeit für unangekündigte Kontrollen vorgehalten werden. Eine Menge bürokratischer Arbeit, die in unserer Verwaltung mehrere Aktenmeter füllt. Mit nur einem Ziel: genau zu berechnen, welche Mengen an Stickstoff und Phosphor- Nährstoffen die ausgebrachten Feldfrüchte benötigen, um auch in den kommenden Jahren eine gesunde und ertragreiche Ernte einzubringen. 

Wie groß ist die Gefahr einer Trinkwasser- oder Gewässerverunreinigung?

Jeder Pflanzendünger, auch Gülle, wird von uns entsprechend der guten fachlichen Praxis den Pflanzen auf dem Acker verfügbar gemacht. Das bedeutet für uns und unsere Mitarbeiter, dass sie einen größeren Abstand als gesetzlich gefordert zu Gräben und Gewässern einhalten. Wir arbeiten mit 100 Prozent organischem Dünger. Unsere landwirtschaftliche Arbeit wird regelmäßig von unabhängigen Prüfern kontrolliert sowie von unseren qualifizierten und geschulten Mitarbeitern sorgfältig und lückenlos dokumentiert. 

Was passiert mit der ganzen Schweinegülle?

Schweinegülle ist kein Abfall. Vielmehr ist es ein biologischer Dünger mit allen Nährstoffen, die Getreidepflanzen zum Wachsen brauchen. Durch den Einsatz von Schweinegülle entfällt die Verwendung von Kunstdünger. Der Dünger wird auf Feldern in der Umgebung des Schweinehaltungsbetriebes ausgebracht. Auf diesen Feldern wächst wiederum das Futter für die Schweine heran.

Besteht aufgrund der vielen Tiere die Gefahr von Seuchen?

Gerade weil es sich um einen modernen Betrieb handelt, ist die Seuchengefahr außerordentlich gering. Das Betreten des Betriebes ist für betriebsfremde Personen aus diesem Grund auch nur nach Rücksprache mit dem Betriebsleiter zulässig. 
In Bezug auf Vorbeugung von Krankheiten legen wir unsere besondere Aufmerksamkeit in die konsequente Umsetzung der Kleinnager- und Schädlingsbekämpfung. Um die Gefahr von "eingeschleppten" Krankheiten zu minimieren, werden unsere Tiere durch unsere geschulten Fahrer mit betriebseigenen LKW transportiert. Diese Transporte sind QS-zertifiziert.
Die Gesundheit unseres Tierbestandes wird außerdem über regelmäßige Besuche von Kreis-Veterinären und unserem Tierarzt gesichert.

Was passiert mit toten Tieren?

Auch bei ordnungsgemäßer Haltung können Schweine sterben. Die toten Tiere werden sofort aus dem Stall gebracht. Die Tierkadaver werden dann umgehend von einem spezialisierten Tierkörperverwertungsunternehmen fachgerecht abgeholt.

Bekommen die Tiere Antibiotika?

Antibiotikum darf in der Schweinehaltung nur auf Anordnung eines Tierarztes und zur Behandlung einer Krankheit eingesetzt werden. Aufgrund der guten Haltungsbedingungen in unseren Ställen ist der seltene Einsatz von Antibiotikum nur auf Einzeltiere beschränkt. Antibiotikum als "Leistungsförderer" einzusetzen ist schon seit 2006 in Deutschland verboten. Es liegt in unserem ureigensten Interesse, einen gesunden Tierbestand zu haben und so den Einsatz von Medikamenten auf ein Minimum zu beschränken.

Wie viel Platz haben unsere Schweine?

Nach der Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung (Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung - TierSchNutztV),
§ 29 Besondere Anforderungen an das Halten von Zuchtläufern und Mastschweinen muss entsprechend dem Durchschnittsgewicht der Tiere für jedes Schwein mindestens eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche von 0,75 m² zur Verfügung stehen. Diese Vorgaben erfüllen wir in unseren Ställen. Außerdem stellen wir unseren Schweinen unbedenkliches Beschäftigungsmaterial zur Verfügung, so dass sie ihren natürlichen Spieltrieb ausleben können.

Warum haben die Ställe so eine geringe Fensterfläche?

In der entsprechenden Verordnung sind tagsüber 80 Lux Lichtstärke gefordert. Soweit wie möglich haben wir in den Ställen über große Fensterflächen einen Tageslichteinfall. Außerdem setzen wir setzen wir ein Lichtkonzept ein, das acht Stunden am Tag den Tieren eine gleichmäßig eine warme Helligkeit spendet. Die Schweine meiden punktuelle Beleuchtung (wie z.B.  durchscheinendes Sonnenlicht über die Fensterflächen) und ziehen eine gleichmäßige Ausleuchtung vor. 
Damit die Schweine sich auch nachts in ihrer gewohnten Umgebung zurechtfinden und beispielsweise problemlos ihre Wassertränken erreichen können, haben wir schwache Orientierungslichter installiert.

Sie möchten mehr erfahren?

Wir geben Ihnen gern weitere Informationen. Schicken Sie uns einfach eine Mail mit Ihren Fragen unter buero@koecher-meuser.de

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